Du schaust auf den Kalender und du fragst dich, wo die Monate geblieben sind. Gleichzeitig gibt es Tage, die sich unendlich in die Länge ziehen, an denen jede Stunde anstrengend wirkt und du am Abend das Gefühl hast, eine ganze Woche hinter dir zu haben. Beides zusammen ergibt ein merkwürdiges Empfinden: Die Zeit rast und schleicht gleichzeitig, und du kommst innerlich kaum noch hinterher.

Vielleicht erinnerst du dich noch an Zeiten, in denen sich ein Jahr wirklich wie ein ganzes Jahr angefühlt hat, mit klar unterscheidbaren Jahreszeiten, mit Ereignissen, die genug Raum hatten, um wirklich nachzuwirken. Heute reihen sich Nachrichten, Trends und Krisen so dicht aneinander, dass du manchmal am Ende der Woche kaum noch weißt, was eigentlich erst vor sieben Tagen passiert ist. Es ist, als würde jemand die Bilder in einem Film immer schneller weiterschalten, während du selbst noch bei der vorherigen Szene stehst.

Was in diesem Gefühl steckt

Wenn du mit anderen darüber sprichst, merkst du schnell, dass du damit nicht allein bist. Sehr viele Menschen beschreiben gerade genau dieses doppelte Empfinden: Im Rückblick verfliegen Wochen und Monate, als hätte jemand am Zeitraffer gedreht, während sich einzelne Tage im Moment selbst wie Kaugummi ziehen. Termine, Nachrichten und Entscheidungen überschlagen sich, und was vor einem Monat noch aktuell war, ist heute schon wieder überholt. Du hast kaum Zeit, das eine zu verarbeiten, bevor das nächste kommt.

Früher folgte ein Ereignis dem anderen in einem Tempo, das sich einigermaßen einordnen ließ. Man hatte Wochen oder Monate, um sich an eine neue Situation zu gewöhnen. Jetzt erlebst du oft, wie sich mehrere Veränderungen gleichzeitig überlagern, beruflich, gesellschaftlich, manchmal auch ganz persönlich, sodass du das Gefühl bekommst, gar nicht mehr richtig anzukommen, bevor sich schon wieder etwas verändert. Kein Wunder, dass sich die Zeit dabei anders anfühlt als früher.

Was die Geistige Welt dazu sagt

Die Geistige Welt beschreibt dieses Erleben als Folge einer Frequenz, die sich gerade insgesamt beschleunigt hat. Zeit ist nie nur eine feste, gleichmäßige Größe gewesen, sondern immer auch ein Ausdruck von Bewusstsein, und je mehr sich in einem kollektiven Feld gleichzeitig bewegt, desto dichter erscheint uns die Zeit, die dieses Feld durchläuft. Was früher über Jahre reifte, verdichtet sich jetzt auf wenige Monate, und genau diese Verdichtung ist es, die sich als Rasen und gleichzeitiges Schleppen bemerkbar macht.

Aus dieser Sicht bist du also nicht einfach überlastet oder schlecht organisiert, wenn dir die Zeit gerade seltsam vorkommt. Du nimmst tatsächlich etwas wahr, das real geschieht, eine Verdichtung einer Entwicklung, die sich nicht mehr in das gewohnte, gleichmäßige Zeitgefühl früherer Jahre pressen lässt. Besonders feinfühlige Menschen spüren diese Verdichtung oft noch deutlicher, weil sie ohnehin viel gleichzeitig aufnehmen, sodass sich die beschleunigte Zeit bei ihnen zusätzlich noch verstärkt.

Frau liegt in Hängematte am Strand mit einem Tablet in der Hand - Zeit

Warum du der Zeit nicht hinterherlaufen musst

Der erste Impuls in einem solchen Gefühl ist meistens, noch schneller zu werden, noch mehr zu erledigen, noch effizienter zu planen, um mit dem Tempo mitzuhalten. Genau das führt allerdings oft in die Erschöpfung, weil du gegen etwas ankämpfst, das sich von außen kaum beeinflussen lässt. Hilfreicher ist ein anderer Weg: dich immer wieder bewusst aus diesem äußeren Tempo herauszunehmen, statt es einzuholen.

Ein einfacher Anfang ist, dir am Tag ein paar feste Punkte zu schaffen, an denen du wirklich nur eine Sache tust. Der erste Kaffee ohne Handy in der Hand. Ein kurzer Spaziergang ohne Podcast im Ohr. Ein Abendessen, bei dem du wirklich beim Essen bist und nicht schon gedanklich beim nächsten Termin. Solche kleinen Inseln unterbrechen den Sog des ständig schneller werdenden Außen und geben dir das Gefühl zurück, in deinem eigenen Erleben präsent zu sein, statt nur noch durchzurennen.

Auch der Kontakt zu natürlichen Rhythmen hilft dabei, wieder ein stimmigeres Zeitgefühl zu bekommen. Der Sonnenaufgang, die Jahreszeiten, der Mondzyklus, all das folgt weiterhin seinem eigenen, unveränderten Tempo, ganz unabhängig davon, wie schnell sich die Welt um dich herum gerade dreht. Ein bewusster Blick auf den Himmel am Morgen oder ein Spaziergang, bei dem du wahrnimmst, was gerade in der Natur passiert, kann dich für einen Moment wieder in dieses ursprüngliche Tempo zurückholen.

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Genauso hilfreich ist es, deinen Nachrichtenkonsum bewusster zu gestalten. Du musst nicht jede Entwicklung sofort verfolgen, um informiert zu bleiben. Ein fester Zeitpunkt am Tag, an dem du dich über das Wichtigste informierst, reicht meist völlig aus, und erspart dir das Gefühl, ständig mit einer Welle mithalten zu müssen, die sich ohnehin nicht aufhalten lässt.

Auch bei deinen eigenen Zielen darf sich etwas verändern. Miss deinen Fortschritt nicht mehr an alten Zeitspannen, in denen du früher etwas erreicht hast. Was du in einem Jahr geschafft hast, entspricht heute vielleicht schon dem, wofür du früher zwei oder drei Jahre gebraucht hättest, auch wenn sich das mitten im Prozess ganz anders anfühlt. Erlaube dir, an diesen alten Maßstäben loszulassen, statt dich an ihnen zu messen.

Wenn du das nächste Mal wieder erstaunt auf den Kalender schaust und dich fragst, wo die Zeit geblieben ist, darfst du wissen: Es liegt nicht an dir allein. Wir leben gerade in einer Zeit, die sich anders verhält als früher, sie ist dichter und schneller. Trotzdem trägt sie dich weiter, Schritt für Schritt, auch wenn sich das manchmal anders anfühlt. Du musst dieser Zeit nicht hinterherlaufen. Es reicht, wenn du in ihr ganz bewusst präsent bleibst.

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