Die Rote Mondin oder: Der weibliche Zyklus (3)

Wenn du dich wieder einmal von deiner Menstruation genervt fühlst, nimm dir ein paar Minuten Zeit und lies dir die folgenden Informationen durch. Versuche, mit deinem Körper Kontakt aufzunehmen und in ihn hineinzufühlen. Auch wenn du denkst, dass er manchmal ein Eigenleben führt: Er steht mit dir und deiner weiblichen Urkraft immer im Einklang! Vielleicht ist es dein Verstand, der sich dagegen sträubt?

Die 4 Phasen deines Menstruationszyklus

Wenn dieser Beitrag zum Thema „Die Rote Mondin“ der erste ist, den du auf meinem Blog entdeckt hast und wenn du mehr über die tiefere Bedeutung deines Menstruationszyklus wissen möchtest (nicht aus medizinischer, sondern aus ganzheitlicher Sicht), dann lade ich dich ein, zuvor noch Teil 1 und Teil 2 als kurze Einführung in die Thematik zu lesen.

Überlege nun: In welcher Phase deines Zyklus befindest du dich gerade?

  • In der 1. Phase, in der Zeit zwischen dem Ende deiner letzten Menstruation bis zum nächsten Eisprung – ODER
  • In der 2. Phase, in der Zeit rund um den Eisprung – ODER
  • In der 3. Phase, in der Zeit zwischen dem Eisprung bis zur nächsten Menstruation – ODER
  • In der 4. Phase, in der Menstruationsphase.

Falls du vielleicht gar nicht weißt, in welcher Phase du dich gerade befindest, weil du deinen Zyklus nie genau beobachtest, dann könnte dich die folgenden Ausführungen vielleicht dazu inspirieren, deinen Körper und seine Energien sowie deine Emotionen während des nächsten Menstruationszyklus genauer zu beobachten:

Die weiblichen Energien in der JUNGFRAU-, MUTTER-, MAGIERIN- und WEISE-ALTE-Phase

Die Jungfrau-Phase: In diesem Abschnitt des weiblichen Zyklus sind die vorherrschenden Energien dynamisch und eher nach außen gerichtet. Wir Frauen sind nicht der Dynamik der Zeugung unterworfen, sondern gehören nur uns selbst. Unser Selbstvertrauen fühlt sich gut an, wir sind gesellig, entschlossen, vielleicht sogar ehrgeiziger als sonst und können uns gut konzentrieren. Diese Phase eignet sich besonders, um neue Projekte zu beginnen. Sie ist die Zeit des Aufbruchs und des Neubeginns.

Die Mutter-Phase: In diesem Abschnitt deines Zyklus – rund um den Eisprung – verändert sich die Energie. Während wir in der Jungfrau-Phase nur uns selbst gehörten, wird nun die Energie für das eigene Selbst schwächer und entwickelt sich in Richtung Selbstlosigkeit, die für eine bevorstehende Mutterschaft wichtig ist. Unsere Sexualität entfaltet sich in einem Gefühl tiefer Liebe und wir sind leicht in der Lage, andere Menschen energetisch zu nähren und zu unterstützen.

Die Magierin-Phase: Nach dem Eisprung – wenn das Ei nicht befruchtet wurde – verändert sich unsere weibliche Energie abermals. Wir Frauen beginnen uns allmählich nach innen zu richten, uns unserer mystischen Seite stärker bewusst zu werden und Träume intensiver zu erleben. Unsere Sexualität wird machtvoll und unsere innere Kraft feurig. Die Energie unterstützt uns auch beim Umsetzen unserer innewohnenden Kreativität. Sobald wir uns allmählich der Phase der Weisen Alten nähern, kann unsere Konzentration nachlassen und wir uns ein wenig unzufrieden oder unausgeglichen fühlen.

Die Weise-Alte-Phase: Während der Menstruation drücken sich unsere Energien auf der intuitiven Ebene aus, die häufig in Träumen Gestalt annehmen. Diese Phase ist eine Zeit der Innenschau, des Rückzugs, des Entspannens, des Leiser-Tretens. Wenn möglich, sollten wir den Alltag etwas langsamer angehen und uns Zeit für uns selbst nehmen. Die sexuelle Energie entfaltet sich so stark wie zur Zeit unserer Mutter-Phase (Eisprung) und wird meist nicht aktiv gelebt, sondern fließt in die Vertiefung unserer Spiritualität ein.

Womit gehst du in Resonanz?

Lies meine Fragen durch und beobachte, welche Gedanken und Gefühle dabei in dir hochkommen. Vielleicht magst du sie auch aufschreiben:

  • Nimmst du dir an deinen Tagen ausreichend Zeit für dich selbst?
  • Kannst du die unterschiedlichen Zeitqualitäten nachvollziehen, die während des Menstruationszyklus auftreten können?
  • Oder nimmst du deinen weiblichen Zyklus nur auf der körperlichen Ebene wahr?
  • Was an Empfindungen oder Erfahrungen gibst du an deine Tochter weiter? Wie vermittelst du ihr die Zeit der Menstruation?
  • Fühlst du dich von den mystischen Aspekten des weiblichen Zyklus angesprochen oder möchtest du dich ausschließlich mit den körperlichen beschäftigen?

Wenn du das energetisch-spirituelle Wissen über den Menstruationszyklus noch weiter vertiefen möchtest, dann empfehle ich dir das Buch „Roter Mond. Von der Kraft des weiblichen Zyklus“ von Miranda Gray, auf dessen Grundlage ich diesen Blog geschrieben habe.

 

 

 

 

Frauenblog Frauenkoerper

Die Rote Mondin oder: Der weibliche Zyklus (2)

Lange Zeit war es richtiggehend peinlich, unangenehm, unpassend oder überhaupt tabu über den Menstruationszyklus zu sprechen, der das Leben aller Frauen über Jahrzehnte hinweg begleitet oder manchmal sogar richtiggehend prägt.

Doch diese Tabuisierung beschränkt sich keineswegs auf die älteren Generationen vor uns oder auf Kulturen, die leider von einem ausgesprochen negativen Frauenbild geprägt sind. Die Thematisierung des weiblichen Zyklus wird selbst heute in unserer modernen und aufgeschlossenen Gesellschaft noch immer unter sehr vielen Frauen im gebärfähigen Alter vermieden.

Monatshygiene – ein altmodisches Wort

Es war die so genannte „Monatshygiene“, die uns zumindest eine gewisse Bewegungsfreiheit verschaffte, und die heute aus dem Frauenalltag mitsamt seinen Herausforderungen nicht mehr wegzudenken ist. Die Verwendung von Tampons (die ersten gab es bereits vor 4000 Jahren, die aus Blättern und Naturfasern in Handarbeit hergestellt wurden, aber seit rund 70 Jahren werden sie aus Baumwolle industriell gefertigt) lässt uns Frauen beinahe vergessen (sofern wir keine Menstruationsbeschwerden haben), dass unser Körper während der Periode Höchstarbeit leistet.

Dennoch gibt es auch im Zusammenhang mit der Verwendung von Tampons neue Erkenntnisse, über die man meiner Meinung nach zumindest nachdenken sollte.

Die 4 energetischen Phasen des weiblichen Menstruationszyklus

Viele Frauen befinden sich seit einigen Jahren in einem großen Veränderungsprozess oder Bewusstseinswandel, der uns wieder einen  natürlichen Zugang zu unserem weiblichen Körper samt seinen Energiezyklen eröffnet. Dabei greifen wir auf das alte Wissen und auf die Weisheit früherer Frauengenerationen zurück, die in Mythen und Legenden von den lebenserfahrenen Alten an ihre Töchter und Enkeltöchter  weitergegeben wurden.

Unser Menstruationszyklus wird in 4 Phasen durchlebt und steht häufig eng mit den Zyklen des Mondes in Verbindung:

  • Die 1. Phase – etwa vom Ende der Menstruation bis zum Eisprung – entspricht energetisch dem Mädchen/der Jungfrau und wird als dynamisch, inspirierend und generativ (auf die Fortpflanzung bezogen) beschrieben.
  • Die 2. Phase – die Zeit rund um den Eisprung – entspricht energetisch der Mutterschaft, wobei es um die Kraft und die Fähigkeit des Nährens und Bewahrens geht.
  • Die 3. Phase – die Zeit vom Eisprung bis zur Menstruation – entspricht den Energien von „Hexen, Magierinnen, Verführerinnen oder bösen Stiefmüttern“, denn ihre Energie entspricht der Magie, der Sexualität oder der Kreativität.
  • Die 4. Phase – die Zeit der Menstruation – wird mit der Energie der weisen Alten in Verbindung gebracht, die sich aus der äußeren Welt nach innen zurückzieht, um ihre innewohnende Kreativität zu leben.

Ich werde in meinem dritten Blogeintrag aus dieser Serie näher auf diese 4 Phasen eingehen. Willst du dich mit dieser Thematik noch intensiver beschäftigen, dann empfehle ich dir das Buch von Miranda Gray: „Roter Mond. Von der Kraft des weiblichen Zyklus“, das mich zu meinem heutigen Beitrag inspiriert hat.

 

Frauenblog Frauenkoerper

Die Rote Mondin oder: Der weibliche Zyklus (1)

Wenn wir als blutjunge Mädchen von „Tante Mona aus Arizona“ sprachen, dann war das das Codewort, wenn wir uns über unsere Menstruation austauschten und Umstehende nichts davon mitbekommen sollten. Sie ging uns gewaltig auf die Nerven, da wir uns von ihr in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt fühlten, denn nicht wenige von uns litten in dieser Zeit auch unter körperlichen Problemen.

Menstruation: Heilig oder unrein?

Was uns Mädchen damals natürlich in keinster Weise bewusst war (wir waren noch viel zu jung und hatten auch von unseren Müttern diesbezüglich keinerlei Informationen bekommen): Die Zeit der Menstruation wurde schon in alten Kulturen anerkannt und geachtet und die Frauen entwickelten eigene Praktiken, um mit diesen starken Energien kreativ umzugehen.

Doch die patriarchalischen Gesellschaften, die diese Macht der Frauen als gefährlich ansahen, brachten die Menstruation in Misskredit. Und so wurde aus dem Zyklus der Frau, der einst als heilig galt, etwas Unreines. Diese Menstruationstabus waren jedoch keineswegs auf primitive Gesellschaften oder die Vergangenheit beschränkt, sondern sie gibt es noch heute in verschiedenen Religionen und Gesellschaftsschichten.

Bewusstes Erleben

Das spirituelle Bewusstsein, das sich unter immer mehr Frauen ausbreitet, zieht auch eine völlig neue Betrachtungsweise des weiblichen Zyklus nach sich. Deshalb sollten die Energien während des Menstruationszyklus bewusst akzeptiert und nicht unterdrückt werden. Also

  • Die Schwankungen auf der energetischen und emotionalen Ebene zulassen
  • Dem inneren Bedürfnis nach Rückzug oder Nähe nachgeben
  • Die Entwicklung eines stärkeren weiblichen Bewusstseins genießen
  • Den Gleichklang zwischen dem Mondzyklus und dem eigenen Zyklus wahrnehmen
  • etc.

Miranda Gray beschreibt in ihrem Buch „Roter Mond. Von der Kraft des weiblichen Zyklus“ vier verschiedene Energien, die während des Menstruationszyklus spürbar werden. Ich werde darüber in einem meiner nächsten Blogs berichten.

Womit gehst du in Resonanz?

Lies meine Fragen durch und beobachte, welche Gefühle in dir hochkommen? Vielleicht magst du dazu auch deine Gedanken aufschreiben:

  • Was wurde dir als Mädchen über die Menstruation vermittelt?
  • Kannst du dich noch an deine erste Menstruation erinnern?
  • Wie empfindest du deine Menstruationstage?
  • Verdrängst du deine Menstruation oder erlebst du sie bewusst?
  • Beneidest du Männer, weil sie nicht unter den Beschwerden der Menstruation leiden müssen?
  • Kannst du während deines Zyklus (Eisprung, nach dem Eisprung, Regelblutung, Zeit vor dem nächsten Eisprung) unterschiedliche Qualitäten deiner Energien erfühlen?

Mit der Kraft und Weisheit unserer weiblichen Urnatur

Es ist nun endlich an der Zeit, unseren weiblichen Zyklus mit neuen Augen zu betrachten. Während sich die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten immer mehr den männlichen Erfordernissen zugewandt hat und wir Frauen unsere Bedürfnisse den Anforderungen der männerdominierenden Gesellschaft untergeordnet haben (wir haben unsere Menstruation quasi weggesperrt, weil sie uns hinderlich war und uns in der Erfüllung unserer körperlichen Leistungsfähigkeit hinderlich war), tritt unter uns Frauen mehr und mehr ein immer stärkeres weibliches Bewusstsein  zutage.

Sobald wir aber unseren weiblichen Zyklus als urweibliche Energiequelle und als Quelle weiblichen spirituellen Bewusstseins begreifen, wird der Menstruationszyklus ein wertgeschätzter Teil unseres Lebens sein, den wir nicht mehr aus unserem Alltag ausgrenzen möchten.

 

Frauenblog Frauenkoerper

Der Pseudo-Weiblichkeits-Wahnsinn

Meine erste Zahnspange bekam ich erst Ende vierzig … Zugegeben, es war eine ästhetische Entscheidung von mir. Mein Zahnarzt unterbreitete mir zwar sämtliche gesundheitliche Aspekte einer Kieferkorrektur, aber die Entscheidung traf ich letztendlich aus einem anderen Grund.

Doch wie sehr hat Ästhetik mit dem weitverbreiteten Schlankheitswahn und dem exzessiv betriebenen Körperkult noch zu tun? Gibt es da irgendwo unsichtbare Grenzen, die in den letzten Jahren in unserer westlichen Welt unbemerkt überschritten wurden?

Tatsache ist, dass …

  • … es noch nie so viele Fotos von superdünnen, superperfekten und superfaltenfreien Mädchen und Frauen im Netz gab wie jetzt, nicht zuletzt dank Photoshop und Fotofiltern wohlgemerkt.
  • … es noch nie so einfach und erschwinglich war, den weiblichen Körper nach dem Allgemeingeschmack zu „gestalten“, also zu waxen, zu zupfen, zu cremen, zu botoxen, zu trainieren oder auszuhungern. Es gibt ja in der Zwischenzeit nicht nur Botox-Partys und Botox-Flatrates, sondern auch Botox-Angebote zu Studententarifen.
  • … die Hemmschwelle für eine Schönheits-OP noch nie so niedrig war wie heute. Brustoperationen, „Schönheitsoperationen“ im Genitalbereich oder gar eine Brustkorboperation, bei der eine Rippe weggeschnitten wird, um die Taille schmaler zu machen, sind längst fester Bestandteil des gängigen Schönheitskults.

Das Interessante daran ist, dass es den meisten Frauen dabei gar nicht darum geht, unbedingt schöner oder schlanker zu sein, sondern mit ihrem gestylten Körper einer bestimmten Gesellschaftsgruppe zugehören zu wollen. Außerdem leiden viele von ihnen unter Kontrollzwängen, die sich auch auf ihren Körper auswirken:

„Frauen wollen mit ihrem Körper eine Haltung ausdrücken, nämlich Kontrolle über ihren Körper zu haben, diszipliniert zu sein, Leistungsbereitschaft zu zeigen. So lange unser Schönheitsideal mit Erfolg und sozialem Status verbunden ist, wird sich das nicht ändern.“[1]

Während die eine Gruppe von Frauen so lange und intensiv trainiert, bis man auf ihrem Bauch eine vertikale Furche sieht, die sogenannte „Ab Crack“, kommt jetzt aber schön langsam eine Gegenströmung in Bewegung. Bloggerinnen rufen dazu auf, den Körper so zu lieben, wie er ist. Sie stehen zu ihrer Cellulite oder zu ihrem Bauch, den ihre Schwangerschaften hinterlassen haben, und zu ein paar Kilos mehr auf Hüften oder Oberschenkeln. Der erst vor kurzem gezeigte Dokumentarfilm „Embrace“ (Dt.: Umarmung) ermutigt Frauen, aus dem Pseudoweiblichkeitswahn auszusteigen.

Mit Weiblichkeit im eigentlichen Sinn hat dieser Wahn ohnehin nichts mehr zu tun, doch solange Frauen nicht verstehen, was Weiblichkeit wirklich bedeutet, wird sich so schnell nichts am weiblichen Körperkult spürbar ändern.

Ein erster Hoffnungsschimmer zeigt sich jedoch am Horizont: Es sind die „Millennials“, also jene Generation, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurde. Immer mehr dieser jungen Frauen (und Männer) vertreten einen bewussten und gesunden Lebensstil und sagen NEIN zum Pseudoweiblichkeitswahn. Über sie werde ich in einem meiner nächsten Blogbeiträge berichten.

[1] Eva Barlösius, Soziologin (BRIGITTE 19/2017, S. 110).

Frauenkoerper

Wenn Essen zum Thema wird

Besonders wir Frauen haben oft ein ganz eigenes Verhältnis zur Badezimmerwaage… und damit auch zu unserer Figur. Mal fühlen wir uns zu dick, zu unproportioniert, zu rund an den falschen Stellen. Nur die wenigsten fühlen sich zu dünn.

Dass die Medien, die Modeindustrie und die Celebrities diesen Trend verstärken, wenn nicht sogar bewusst schüren, ist längst bekannt. Doch wer noch tiefer gräbt, wird bemerken, dass die eigentlichen Probleme, die sich hinter den Essstörungen verstecken, in der Psyche der Menschen zu finden sind.

Meine Tochter Carmen, Psychotherapeutin in Ausbildung, begleitet einige Frauen, die unter Essproblemen leiden und beschäftigt sich deshalb berufsbedingt mit dieser Problematik.

Carmen, wenn Essen zum Thema wird, dann kann sich das auf verschiedene Arten zeigen. Wie bemerken Betroffene oder Angehörige, dass eine Essstörung vorliegt?

Zuerst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass es nicht DIE Essstörung gibt, sondern dass es mehrere Arten von Essstörungen gibt, die unterschiedlich ausgeprägt sein können.

Ganz allgemein könnte man so sagen: Menschen, die unter Essstörungen leiden, befassen sich übermäßig intensiv, ja obsessiv mit dem Thema Essen. In ihrem Leben dreht sich alles nur noch um Kalorien, Kleidergrößen, das eigene Körpergewicht. Die Betroffenen betrachten sich oft im Spiegel, gefolgt von massiven Selbstabwertungen.

Viele betreiben exzessiv Sport, oder es werden andere Strategien eingesetzt, um abzunehmen bzw. einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken. Essenseinladungen können große Ängste auslösen und werden häufig vermieden.

Spätestens dann, wenn sich das Gewicht drastisch verändert, besonders im Rahmen einer Anorexie, wo sich der Gewichtsverlust ab einem gewissen Stadium nicht mehr verbergen lässt, wird die Essstörung auch für das Umfeld sichtbar. Vieles spielt sich allerdings im Verborgenen ab. Man könnte sagen, die Betroffenen führen eine Art Doppelleben.

Warum stehen so viele Frauen und Mädchen mit ihrem Körper auf Kriegsfuß?

Ich denke, es ist weithin bekannt, dass Frauen mehr als Männer aufgrund ihres Äußeren beurteilt werden. Frauen gelten als das „schöne Geschlecht“ und was schön ist, wird immer noch durch die Industrie und die Medien vorgegeben.

Besonders in den sozialen Medien wird das Bild des „perfekten Frauenkörpers“ verbreitet, und viele Frauen und Mädchen weltweit haben heutzutage dazu Zugang. Da naturgemäß nur sehr wenige Frauen diesem Pseudo-Ideal entsprechen, es aber als für jede Frau erreichbar propagiert wird, fühlen sich viele Frauen unwohl in ihrem eigenen Körper.

In der Folge versuchen viele davon, diesem Ideal nachzueifern. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass bei jeder Frau, die schon einmal eine Diät gemacht hat, eine Essstörung vorliegt. Die Gründe für Essstörungen liegen tiefer. Es handelt sich um einen innerpsychischen Konflikt, der auf diese selbstschädigende Weise zutage tritt.

Was kann ein erster Schritt sein, um einen Weg aus der Essstörung zu finden?

Der erste und wichtigste Schritt ist das Selbsteingeständnis, dass man ein Problem mit dem Essen hat. Das ist gar nicht selbstverständlich bei Essstörungen. Dieses Selbsteingeständnis bildet die Basis für eine erfolgreiche Psychotherapie, in der die dahinterliegenden Ursachen aufdeckt und behandelt werden.

Carmen Auer ist Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision und praktiziert in Wien.

Allgemein Frauenkoerper

Wie Zhenya die Narben häuslicher Gewalt in Kunstwerke verwandelt

Tattoos sind nicht jedermanns Geschmack und über „Kunstsinn“ lässt sich ja bekanntlich streiten. Doch der Bericht über Zhenya aus Russland lies mich aufhorchen: Die 33-jährige Russin tätowiert seit 2016 immer mehr Frauen, um deren Narben – entstanden durch häusliche Gewalt – zum Verschwinden zu bringen.

Dabei geht es ihr nicht darum, physische Übergriffe auf Frauen vergessen zu lassen oder zu beschönigen. Im Gegenteil! Als ausgebildete Psychologin weiß sie nur zu gut, dass es vielen Frauen schwer fällt, mit ihren Narben weiterzuleben, weil sie immer wieder an die schrecklichen Übergriffe und Verletzungen durch ihre Freunde, Männer, Ex-Männer oder Väter erinnern. Meist sind es Motive wie Vögel, Blütenranken, Schmetterlinge oder Wölfe, die sich die Frauen für ihre Tattoos selber aussuchen.

Nachdem Zhenya vor Jahren einen Artikel über die brasilianische Künstlerin Flavia Carvalho gelesen hatte, bot sie ihre Arbeit kostenlos in sozialen Netzwerken an. Alleine im ersten Jahr nutzten 200 Frauen Zhenyas Angebot. Während sie unter der Nadel liegen, erzählen die Frauen, wie sie zu ihren Narben kamen. Nicht selten sind Alkohol, Drogen oder Arbeitslosigkeit der Grund für die tätlichen Übergriffe. Deshalb studiert Zhenya nun auch noch Rechtswissenschaften, damit sie nicht nur die grausamen seelischen und körperlichen Folgen der Verbrechen, sondern auch die dahinter liegenden seelischen Ursachen bekämpfen kann.

(Die Fotos hat Zhenya auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht)

 

Frauenkoerper

Schönheitswahn? Nein danke! Die jungen Frauen haben andere Werte

Immer mehr junge Frauen steigen aus dem Wettbewerb, der die Optimierung des weiblichen Körpers zum Inhalt hat, aus. Zu dieser für (sie sehr schmerzhaften Erkenntnis) kam die Kosmetikindustrie in den letzten Jahren. Studien[1] zeigen, dass die so genannten Millennials, also jene zwischen 1980 und 2000 Geborenen, für diese Entwicklung verantwortlich sind.

Zwar versucht die Kosmetikindustrie nach wie vor sehr hartnäckig, die Zielgruppe „junge Frauen“ als Kunden zu gewinnen, doch viele von ihnen haben einfach keine Lust, sich eine „Early-Anti-Aging“-Creme schon mit 25 Jahren ins Gesicht zu schmieren. Sie engagieren sich lieber für andere Werte, z. B. für Umweltschutz, für genfreie Nahrungsmittel oder für artgerechte Tierhaltung – oder sind ohnehin schon seit Kindheit Vegetarier oder Veganer.

Sie ticken überhaupt ein wenig anders, die Millennials, die auch „Generation Y“ genannt werden. Denn sie legen großen Wert auf nachwachsende Rohstoffe, auf natürliche Duftstoffe oder auf Kosmetikprodukte, die so frei von Zusatzstoffe sind, dass man sie fast essen könnte. Denn Natürlichkeit zählt für die jungen Frauen mehr als die Optimierung ihrer Schönheit.

20- bis 40-jährige Frauen interessieren sich stärker für die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Wohlbefinden als ihre Mütter und Großmütter, sie achten auf bewusste Ernährung und regelmäßigen Sport. Und nicht wenige von ihnen haben ihre Liebe zur Natürlichkeit entdeckt, mit der sie sich vom Schönheitsoptimierungswahn ihrer Mütter und Großmütter deutlich unterscheiden.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie deshalb mit Achselhaaren und Schweißflecken herumlaufen, sondern sie kaufen ihre Kosmetikprodukte unter einem ganzheitlichen Aspekt und sind deshalb die bewussteren Kundinnen.

Auch die immer stärker zu beobachtende Entwicklung in Richtung Selbstoptimierung zeigt auf, dass die jungen Frauen Selbstverantwortung für sich und ihr Wohlbefinden übernehmen – und die ist mit Schlankheitswahn oder Schönheitsoperationen nicht kompatibel. Lieber verzichten sie auf eine Modelfigur also auf ihr körperliches Wohlbefinden.

Die Kosmetikindustrie darf sich also warm anziehen, denn die Millennials beeinflussen den Markt von morgen: mit ihrer Liebe zur Natur, zum Körper, zu gesunder Ernährung oder mit der Balance von Körper, Geist und Seele. Und mit ihrer Offenheit für Spiritualität. Ich freue mich sehr über diese Entwicklung!

[1] vgl. dazu Healthstyle, trendcoach. de und BRIGITTE 19/2017

Frauenkoerper

Wie Intimfitness mit dem Beckenboden und erfüllter Sexualität zusammenhängt

DAS FRAUEN-INTERVIEW MIT ANASTASIA ROMANOVA.

Anastasia, ich arbeite gerade für meinen eWorkshop zum Thema HEILE DEINE WEIBLICHEN CHAKREN die Unterlagen für das 1. weibliche Chakra aus. Zur selben Zeit kommst du auf mich zu und erzählst mir über deine Arbeit. Sie hat ja genau mit diesem 1. Chakra, dem Wurzelchakra, und den damit verbundenen Organen und Muskeln zu tun. Warum ist es so wichtig, dass Frauen darüber Bescheid wissen?

Das 1. Chakra verbindet uns mit der Energie der Mutter Erde und hilft, die Quelle zu finden, die uns mit Gesundheit und Schönheit füllt. Medizinisch gesehen gibt ein starker Beckenboden dem ganzen Rumpf und Rücken Halt und sorgt für die richtige Positionierung der Wirbelsäule, entlang der die lebenswichtigen Signale laufen. Die Vaginalmuskulatur der Frau hat auch Bedeutung für das 2. Chakra, für Kreativität und die Fähigkeit, Vergnügen zu schenken, sowie für die natürliche Produktion der Hormone, die unsere besondere weibliche Ausstrahlung ausmachen.

Das Thema Beckenbodenmuskulatur ist ja immer noch für viele Frauen ein Tabuthema, vielleicht auch deshalb, weil es eng mit unserer weiblichen Sexualität zusammenhängt. Wie reagieren Frauen auf deine Arbeit, wenn sie zum ersten Mal davon hören?

Die erste Reaktion ist immer positiv und mit viel Neugier verbunden, aber nur die wenigsten entscheiden sich sofort für das Training. Oft reift dieser Wunsch einige Wochen und sogar Monate in ihnen, weil sie sich erstmal von den alten Glaubenssätzen lösen müssen, und das ist nicht einfach. Bewusst steuerbare Vaginalmuskulatur sorgt für die wahre Gleichberechtigung im sexuellen Dialog, aber sind wir wirklich so weit?

Auf deiner Homepage schreibst du, dass durch Intimfitness, also z. B. Beckenbodentraining, körperliche Krankheiten vermeidbar bzw. ohne Medikamente und Operationen heilbar sind. Kannst du das näher erklären?

Erstens halten starke und elastische Vaginal- und Beckenbodenmuskeln innere Organe auf der richtigen Stelle – genauso wie es der Rücken mit der Wirbelsäule tut – und zweitens sorgen sie für eine gute Durchblutung im Becken, für eine ausgewogene Hormonproduktion und ein gereinigtes, mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgtes Gewebe der inneren Organe. In vielen Kulturen, besonders in Asien, werden Übungen für die Intimmuskulatur von der Mutter an die Tochter weitergegeben, so wie bei uns Kinder ihre Zähne richtig putzen lernen. „Ganz zufällig“ haben dort die Frauen wesentlich leichtere natürliche Geburten und einfachere Wechseljahre. Die jahrhundertelange Tabuisierung des Sexualbereichs und die daraus folgende Schwächung dieses wichtigen Körperteils haben dramatische Folgen für uns Frauen sowie für die Männer, aber heute steht uns das Wissen wieder zur Verfügung.

Wie wirkt sich ein gesunder und gut trainierter Beckenboden, der auf der energetischen Ebene mit dem 1. Chakra eng verbunden ist, auf die weibliche Sexualität aus?

Ich zeige Frauen nicht nur, wie sie ihren Beckenboden, sondern auch die steuerbare Vaginalmuskulatur trainieren können. Dadurch spüren sie intensiver, mögliche Schmerzen beim Sex treten gar nicht mehr auf und sie beginnen, ihre Sexualität (noch) mehr zu genießen. Die unteren zwei Chakren sind die Basis für das Glück, aber das ist noch nicht alles. Auch das Herz und die Weisheit gehören dazu und daran muss die moderne Frau auch viel arbeiten.

Vielen Dank und alles Gute weiterhin für dein Projekt!

Anastasia Romanova kommt ursprünglich aus Russland und lebt in Deutschland. Sie hat es sich mit großer Leidenschaft zur Aufgabe gemacht, Frauen über Intimfitness zu informieren und sie auch zu trainieren. Dadurch eröffnet sie ihnen die Möglichkeit zu mehr Gesundheit, leichterer Schwangerschaft und Geburt sowie zu einer erfüllteren Sexualität.

Allgemein Frauenkoerper

Frauen, steht zu eurer Figur und eurem Körper!

Sie modelte schon mit 12 und ist heute eines der bekanntesten und sympathischsten „Curvy Models“ der Welt. Ashley Graham, die heute 29-Jährige aus Nebraska (USA), hatte es aufgrund ihrer Figur (sie trägt Größe 44) nicht immer leicht, so akzeptiert zu werden, wie sie ist.

„Eigentlich bist du ganz hübsch für eine Dicke!“ oder „Du könntest viel mehr Geld verdienen, wenn du abnimmst!“ Sätze wie diese machten sie wütend und verletzten sie. Doch sie verwandelte diese Verletzungen in Stärke und schaffte es auf den internationalen Laufsteg. Diesen Weg ging sie aber nicht nur für sich selbst, sondern stellvertretend für viele andere Frauen, die mit ihrem Körper unzufrieden sind, weil er nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht.

Ashleys Entwicklung geschah natürlich auch nicht über Nacht. Denn sie zweifelte lange Zeit an ihrem Aussehen und wurde sich selbst beinahe untreu, weil sie immer wieder von andern Menschen verunsichert wurde. Auch ihr Ex-Partner respektierte sie nicht so, wie sie war.

Ashley überwand diese Krise mit Hilfe von Freunden und ihrer Mutter, die ihr immer wieder sagten, welch wertvoller Mensch sie sei, und dass sie alles schaffen könne, was sie sich vorgenommen habe. Auch ihr jetziger Mann bestärkte sie darin, sie selbst zu sein und sich so zu anzunehmen und zu lieben, wie sie ist.

DIE WELT WAR BISHER NOCH NICHT REIF FÜR KURVIGE FRAUEN

Heute ist Ashley klar, warum es mit ihrer Karriere so lange dauern sollte und erst relativ spät von Modefotografen und Illustrieren wahrgenommen und als Plus-Size-Model gebucht wurde. Die Welt war noch nicht reif für starke Frauen so wie sie (im doppelten positiven Sinn gemeint).

Erst in den letzten Jahren – und auch das nur aufgrund von Social Media – begannen sich Modefirmen für Shootings mit Ashley zu interessieren. Sie repräsentiert dabei jene große Gruppe von Frauen, die von Designern bisher als potenzielle Kundinnen übersehen wurde. Denn starke Frauen passten bisher einfach nicht in die viel zu eng gesteckten Vorstellungen, die die Modebranche von „idealen“ Körpergrößen und -formen hatte.

GEGEN DEN SCHLANKHEITSWAHN UND FÜR EIN NEUES KÖRPERGEFÜHL

Deshalb steht Ashley für eine neue Art von Emanzipation, die Frauen weg vom Schlankheitswahn und hin zu einem positiven Körpergefühl führen möchte. Dass sie damit sehr erfolgreich ist, bestätigen ihr viele Frauen. Ashley bekommt sehr viele dankbare Rückmeldungen von ihnen, weil sie ihnen Mut macht, zu sich selbst und ihren Kurven zu stehen und weil diese Frauen aufgrund von Ashleys Vorbildwirkung erstmals wagen, trotz Plus-Size in der Öffentlichkeit einen Bikini zu tragen.

Ashley: „Schönheit ist Einstellungssache! Ich sehe mich nicht nur als Model, sondern auch als body activist. Und dabei geht es ja nicht nur um Größen! Ich will dass jede Frau, egal welcher Hautfarbe, egal welche Probleme sie hat, weiß: Da draußen gibt es viele, denen es genauso geht wie dir. Also zeig, was du hast!“

Quelle: myself 4/2017, Photo:telemundo.com

Frauenblog Frauenkoerper