DIE WOLFSFRAU: Was auf dem Weg vom Mädchen zur Frau verloren ging

Erinnerst du dich noch an das wissbegierige und vielleicht sogar kecke kleine Mädchen, das du vor Jahren einmal warst? An deine Unbekümmertheit, Natürlichkeit und Unverblümtheit? An deinen Mut, deine Kühnheit und deinen Entdeckungsdrang? An deine unkomplizierte Art, dein Lachen, deine Neugierde, dein Staunen und deine Wissbegierde?

Hast vielleicht auch du auf dem Weg vom Mädchen zur Frau deine ur-weiblichen Eigenschaften verdrängt oder sind sie im Laufe deines Lebens verloren gegangen? Vielleicht weil du damit schlechte Erfahrungen gemacht hast? Vielleicht weil du dich anderen zu sehr untergeordnet oder angepasst hast? Oder weil du vielleicht den Kontakt zu deiner „inneren Frau“ verloren hast?

Die Wilde Frau in uns

Die Psychoanalytikerin Clarissa Pinkola Estés sammelte jahrzehntelang Geschichten, Mythen und Märchen über die Urnatur der Frauen und veröffentlichte sie in ihrem Weltbestseller „Die Wolfsfrau – Die Kraft der weiblichen Urinstinkte“. Die erste Erzählung handelt von „La Loba“, der Wolfsfrau, der Wilden Frau in uns, von der aufgrund unserer Lebenserfahrungen irgendwann einmal nicht mehr viel übrig blieb, die aber jederzeit zu neuem Leben erweckt werden kann.

Die Erzählung

La Loba (span: die Wolfsfrau) ist eine alte, fette und am ganzen Körper behaarte Frau, die in einer Höhle in der Wüste wohnt. Sie sucht ständig nach Knochen, Schlangenhäuten und Aas, um Wolfsskelette zusammenzustellen. Danach hält sie ihre faltigen Hände darüber und singt dazu. Im gleichen Augenblick setzt das Gerippe wieder Fleisch und Haut an, wird zu einer Wölfin und springt durch den Canyon davon. Nun verwandelt sich das Tier in eine Frau, die laut auflacht, sich schüttelt und am Horizont verschwindet.

Die tiefere Bedeutung

Das Sammeln der Gebeine und das „Singen über den Knochen“ bedeutet im übertragenen Sinn, den emotional abgestorbenen, verwundeten oder verletzten weiblichen Teilen der Seele sowie den weiblichen, emotionalen „Überresten“ neues Leben einzuhauchen. Deshalb ist jede Frau dazu aufgefordert, seelische Tiefenarbeit an sich selbst zu leisten, wodurch sie in ihre eigene Kraft gehen und ihre seelischen Wunden heilen kann.

Womit gehst du in Resonanz?

Lies meine Fragen durch und beobachte, welche Gefühle in dir hochkommen? Vielleicht magst du dazu auch deine Gedanken aufschreiben:

  • Wie sehr hast du als kleines Mädchen deine weibliche Urnatur in dir gespürt und wie intensiv fühlst du sie noch heute?
  • Wie viel von deiner „Wilden Inneren Frau“ ist im Laufe deines Lebens aufgrund von Verletzungen, Enttäuschungen oder anderen schwierigen Lebenssituationen verschüttet worden oder verloren gegangen?
  • Von welchen Emotionen, die dich ganz besonders als Frau ausmachen, hast du dich abgeschnitten, um sie nicht mehr zu spüren?
  • Fühlst du deine spirituelle weibliche Macht und Stärke oder hast du sie an andere abgegeben?

Mit der Kraft und DER Weisheit unserer weiblichen Urnatur

Wir Frauen tragen eine starke weibliche Urkraft in uns, die uns immer wieder aufrichten wird, was immer uns auch widerfährt. Diese Innere Wilde Frau hilft uns, zu unseren weiblichen Urinstinkten zurückzufinden. Dafür ist es von Zeit zu Zeit notwendig, unseren Seelenhaushalt ehrlich zu inspizieren und zu überprüfen, wie sehr wir unsere weibliche Urnatur verleugnen oder bereits verschüttet haben.

Wir Frauen tragen ein großes Potenzial in uns, das uns immer wieder ermöglichen wird, einen neuen Zugang zu unserer weiblichen Urnatur zu bekommen. Wenn wir unseren weiblichen Urinstinkten folgen und ihnen in unserem Leben ausreichend Platz einräumen, dann werden wir als lachende Wolfsfrau immer wieder neu aufstehen und neue Horizonte werden sich vor uns auftun. Egal, was uns im Leben bisher alles widerfahren ist!

 

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Manchmal „braucht“ es einen lauten Weckruf

„Viele Menschen fühlen sich instinktiv und magisch vom falschen Partner angezogen. Sie suchen Ergänzung – aber meist finden sie eine Ergänzung des Mangels, in der sich die Mängel potenzieren. Zwei Einbeinige kommen zusammen ja nicht schneller voran. Deshalb gehen so viele Beziehungen schief. Unrealistische Partner-Bilder kursieren zuhauf in einer Gesellschaft, die schneller urteilt, als sie denken kann, … die Gefühle mit Sentimentalität und Wirklichkeit mit Fiktion verwechselt.“[1]

Uns Frauen hat die Natur mit der großen Gabe der intuitiven Vorahnung ausgestattet, doch die schlummert sehr oft nur vor sich hin. Das „feminine Wahrnehmungsteleskop“, wie Clarissa Pinkola-Estés es nennt, ist nicht ganz präzise ausgerichtet und die Schärfenadjustierung noch nicht auf Weitsicht eingestellt. Deshalb nehmen wir das Verborgene und Hintergründige in einem potenziellen Partner anfangs oft nur sehr verschwommen wahr. Und drücken diese innere Stimme weg, die mit unseren weiblichen Urinstinkten verbunden ist und uns vor möglichen Beziehungsfallen warnt.

Doch manchmal „braucht“ es einen lauten Weckruf, und der fällt nicht immer angenehm aus. Nämlich dann nicht, wenn wir beispielsweise nach jahrelangem unscharfen Hinschauen unsanft wachgerüttelt und gezwungen werden, ganz genau zu erkennen, an wessen Seite wir unser Leben eingerichtet haben. Manchmal ist diese Erkenntnis mit sehr viel Schmerz und Federn-Lassen verbunden und manchmal kommen wir noch mit dem Schrecken davon.

Deshalb ist es wichtig, dass wir Frauen die in uns angelegte Urnatur mit aller Kraft wiederbeleben, und zwar möglichst schon VOR einem schmerzhaften Weckruf. Egal, wie sehr wir in unseren Kulturen oder Familien daran gehindert wurden, unsere weibliche Urnatur zu leben: Eine Frau, die den tiefen Kontakt zu ihrer weiblichen Seele vorübergehend verloren hat, kann ihn jederzeit wieder aktivieren. Letztendlich geht es um die Entwicklung unseres spirituellen und persönlichen Bewusstseins. Denn diese innere Kraft unterstützt uns immer wieder, uns aus den tiefsten Tiefen unseres Lebens emporzuheben um den Gipfel des Glücks und der Zufriedenheit zu ersteigen.

[1] Zitat aus dem Buch „Der letzte Scheißkerl“ von Roman Maria Koidl

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Warum mir Frauen so am Herzen liegen

Ich erinnere mich immer wieder gerne an die Zeit zurück, als ich vor mehr als 20 Jahren meine erste kinesiologische Praxis (später waren es dann zwei) führte. Zu dieser Zeit bot auch ein Astrologe seine Dienste in meinen Räumlichkeiten an, der leider viel zu früh verstarb.

Als er zum ersten Mal einen Blick auf mein Horoskop warf, sagte er: „In diesem Leben wirst du noch mit vielen Frauen arbeiten.“ Ich überlegte kurz, ob das wirklich stimmen könnte, was er da sagte. Doch Walter hatte Recht! 95 Prozent meiner KlientInnen waren bereits in den 1990er-Jahren Frauen.

Spirituelle Werkzeuge für Frauen

Eine geraume Zeit später, als ich das Buch über die Engel-Kombi-Symbole schrieb, fiel mir auf, dass von den ca. 500 Symbolen, die im Buchset vorkommen, ungewöhnlich viele für Frauen und Kinder dabei sind. Das war nicht vorausgeplant, sondern es hat sich einfach so ergeben. Meine Seele hat mich wahrscheinlich genau dorthin geführt. Und natürlich auch meine himmlischen Begleiter. Auch mein Buch über spirituelle Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung, meine Kinderbücher sowie meine Schwangerschafts-CD, die ein wichtiger Teil meiner Arbeit als Autorin sind, habe ich den Frauen gewidmet.

Im nächsten Leben werde ich Hebamme

Als ich vor langer Zeit selbst Mutter wurde und zum ersten Mal einen persönlichen Bezug zu einer Hebamme entwickelte, wunderte ich mich, warum ich eigentlich nie auf die Idee gekommen war, diesen wunderschönen Beruf zu ergreifen. Doch in meiner Familie gab es damals niemanden, der im sozialen oder medizinischen Bereich tätig war und von dem ein Impuls in diese Richtung hätte kommen können. Deshalb dachte ich mir damals: „Aber im nächsten Leben werde ich Hebamme!“

Am Heiligen Abend im Kreißsaal

Vor 10 Jahren hatte ich den tiefen Wunsch, eine unbekannte und alleinstehende Frau am Heiligen Abend während ihrer Geburt zu begleiten. Doch man kann nicht einfach in irgendeine Klinik gehen, in der Geburtsabteilung anklopfen und sagen: „Hej, ich möchte heute bei einer Geburt dabei sein.“ Wie ihr aber sicher wisst, ist es mit aufrichtigen Herzenswünschen meistens so, dass sie tatsächlich in Erfüllung gehen. Über eine Freundin wurde mir vom Chefarzt eines großen Wiener Krankenhauses der Zugang zur Geburtenabteilung gewährt und ich durfte gleich zwei Frauen während ihrer Entbindung begleiten. Ich war an ihrer Seite, ohne irgendwelche Fachkenntnisse, einfach nur als Frau. Das war eines der schönsten und berührendsten Weihnachten meines Lebens.

Tief ins kollektive Weibliche eintauchen

Jetzt, wo ich mich gerade intensiv mit der weiblichen Seele beschäftige, wird mir zum ersten Mal so richtig bewusst, wie sehr mein Herz für Frauen schlägt. Ich bin begeistert und fasziniert davon, in unser weibliches Kollektiv einzutauchen und uns Frauen unsere tiefe Weisheit, unsere natürliche Kraft und unsere angeborene Intuition, aber auch unsere zahlreichen emotionalen und physischen Verletzungen, noch mehr als bisher bewusst zu machen.

Ich sehe es als eine wunderschöne Aufgabe, Bewusstes und Unbewusstes aus der Tiefe unserer weiblichen Seele heraufzuholen und vor uns auszubreiten, um zu erkennen und zu verstehen, wer wir Frauen wirklich sind, welche Bedürfnisse wir haben, was wir loslassen und vergeben dürfen, um vollkommen heil zu werden. Ich möchte auch einen ganzheitlich-spirituellen Zugang zum weiblichen Körper aufzeigen und vielen Frauen damit die Möglichkeit anbieten, seine Botschaften und Signale zu entschlüsseln und noch besser zu verstehen.

Balance zwischen Männlich und Weiblich

Nach vielen Jahrhunderten, wenn nicht sogar Jahrtausenden, wird die Stimme der „Inneren Frau“ endlich wieder bewusst wahrgenommen. Und unsere Welt wird dadurch wieder ein Stückchen weiblicher, heiler und „runder“. Und das ist gut so. Denn erst wenn die Balance zwischen Weiblich und Männlich, zwischen Yin und Yang, wiederhergestellt ist, kann es Frieden auf Erden geben.

Wir arbeiten daran…!

Gedankensplitter