Definiere dich selbst und stehe zu dir!

Die Kraft der Worte ist eine sehr mächtige, denn die Worte, die bereits in deiner Kindheit über dich gesprochen wurden, können dich ein Leben lang begleiten und prägen. Sie stellen sich vielleicht wie mächtige Felsbrocken in den Fluss deines Lebens und hindern dich daran voranzukommen, in deine Kraft und Stärke zu gehen oder dein Potenzial zu entfalten und zu leben.

Viele Frauen, die mir privat oder in meinen Einzelsitzungen begegnen, kämpfen mehr oder weniger oft mit ihrem Selbstwertgefühl, mit ihrer Selbstachtung oder ihrem Selbstwert. Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich nicht dazugehöre.

Uns Frauen wird offen oder manchmal auch versteckt vermittelt, dass wir Menschen zweiter Klasse sind. Schauen wir uns doch einmal um, was Frauen alles „nicht dürfen“. Schauen wir uns einmal um, welche Plätze uns die Gesellschaft zuweist, egal, ob in der Wirtschaft, in der Politik oder in der Wissenschaft.

Diese Prägungen sind Jahrhunderte alt, viele davon sogar noch viel älter. Es ist also kein Wunder, dass es schwierig ist, diese Programmierungen zu löschen oder rückgängig zu machen. Doch wer sonst, wenn nicht wir Frauen?

Worte sind machtvoll! Worte definieren, formen und prägen uns ein Leben lang. Wie wichtig ist es deshalb, die positiven von den negativen Stimmen in unserem Kopf unterscheiden zu lernen!

Wie wichtig ist es, dass wir Frauen und Mädchen endlich lernen, wer wir sind und was unser Selbst-Wert ist.

Deshalb: Definiere dich selbst, erkenne, wer du bist – erst dann kannst du dem Kraft und Energie entziehen, was andere über dich denken und wie andere dich definieren. Entziehe dich den Etiketten der Gesellschaft, gib ihnen keine Aufmerksamkeit und erkenne dich selbst. Solange du dazu nicht in der Lage bist, werden es andere an deiner Stelle tun.

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Herzlichst, Ingrid  

Frauenbewusstsein

Wie du erkennen kannst, dass man dich unterkriegen möchte

Bewusst oder unbewusst setzen wir uns täglich dem Willen einer oder mehreren Personen aus, die erreichen möchten, dass wir etwas kaufen (was wir vielleicht gar nicht brauchen), wir uns an sie anpassen (obwohl wir das eigentlich gar nicht wollen) oder wir uns ihren Wünschen entsprechend verhalten (obwohl uns das eigentlich gegen den Strich geht).

Doch so lange wir nicht erkennen, auf welche Art und Weise manipuliert oder gar emotional erpresst werden, tappen wir immer wieder in dieselbe Falle hinein. Die folgenden 4 typischen Verhaltensweisen aus deinem Umfeld kommen dir vielleicht bekannt vor:

1) Das Wort im Mund verdrehen

Eine Frau sucht das Gespräch mit ihrem Mann, weil sie sich von ihm aufgrund einer falschen Beschuldigung von ihm verletzt fühlt. Sie möchte dieses Missverständnis mit ihm klären und bereinigen. Ihr Partner fühlt sich jedoch von ihr angegriffen und macht einen verbalen Rundumschlag. Er ist rhetorisch besser als seine Frau und dreht ihr im Gespräch das Wort im Mund um und stellt sich wie ein armes Opfer und seine Frau wie eine „Täterin“ dar. Sie aber fühlt sie sich gegenüber den ungerechtfertigten Vorwürfen und der Wut ihres Mannes so hilflos, dass sie schließlich klein beigibt. Schlussendlich weiß sich nicht mehr anders zu helfen, als sich bei ihm zu entschuldigen.

2) Sich mit Verbündeten zusammentun

Emotionale Manipulation kann aber auch ganz anders ablaufen. Stell dir einmal vor, du besprichst mit deinem Partner das bevorstehende Wochenende. Du würdest gerne eine Radtour mit ihm und seinem Bruder samt dessen Frau machen, aber dein Partner hat keine Lust darauf. Anstatt dir das auf eine freundliche Art und Weise mitzuteilen, lehnt er deinen Vorschlag kategorisch ab und erwähnt nebenbei, dass auch sein Bruder darauf keine Lust hat. Du wunderst dich darüber, musst aber letztendlich feststellen, dass dein Partner die anderen schon im Vorfeld dahingehend negativ beeinflusst hat, sodass die Radtour wirklich nicht zustande kommt.

3) Negatives Vergleichen

Diese Art der Manipulation ist eine weit verbreitete und sie beginnt schon in der Kindheit: „Deine Freundin hat viel bessere Mathe-Noten als du!“ oder „Warum kannst du nicht so musikalisch sein wie deine Schwester?“ oder „Dein Bruder räumt das Zimmer ordentlicher auf als du!“ Negative Vergleiche erzeugen aber nicht nur in Partnerschaften oder Familien einen enormen Druck oder eine explosive Stimmung, sondern auch am Arbeitsplatz. Manche Firmenchefs beschließen, ihre Mitarbeiter gegeneinander so auszuspielen, damit sie untereinander in Konkurrenz treten und dadurch das Leistungsniveau steigt. Wie kontraproduktiv dieses Vorgehen ist, wird oft sehr viel später bewusst. Nämlich dann, wenn die Mitarbeiter ihre Loyalität zur Firma aufgeben, unter Burnout leiden, aufgrund von psychischen Erkrankungen kündigen oder die Firma verlassen.

4) Dem anderen einreden, dass er abnormal/verrückt/psychisch krank ist

Die wohl schlimmste Form der emotionalen Manipulation, die nichts mehr mit „Um-den-Finger-Wickeln“ zu tun hat, ist die so genannte Pathologisierung. Das bedeutet, dass man das Verhalten eines anderen Menschen als krankhaft darstellt. Dazu ein Beispiel: Ein Mann verlangt von seiner Frau das Einverständnis, dass seine kranke Mutter zu ihnen zieht und dass sie sich um seine Mutter kümmern soll, obwohl sie berufstätig ist. Sie fühlt sich jedoch mit der Vorstellung nicht wohl, und versucht ihm das zu erklären. Sie hat Bedenken, dass sie der zusätzlichen Arbeitsbelastung nicht gewachsen ist und befürchtet, dass sie beides, den Job und die Pflege der Schwiegermutter, nicht schaffen kann. Er geht jedoch auf ihre Bedenken nicht ein. Im Gegenteil: Er erklärt seiner Frau, dass sie sich von einem Arzt untersuchen und sich Tabletten verschreiben lassen soll, weil sie alle Anzeichen von Burnout hat.

 Weiterführende Literatur zum Thema:

Thieme, Dörte: Trau keinem, der dein Bestes will: Emotionale Erpressung erkennen – durchschauen – beenden.

Forward, Susan; Frazier, Donna: Emotionale Erpressung. Wenn andere mit Gefühlen drohen.

 

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