Warum Hochsensible Kinder vorschnell abgestempelt werden

80 % der Erwachsenen sind „normal sensibel“. Da lässt sich auch eins und eins zusammenzählen um zu wissen, wer die Schulpläne für unsere Kinder schreibt bzw. wer die Methodiken für den Unterricht entwickelt. Es sind meist die „normal sensiblen Erwachsenen“!

So darf es auch nicht verwundern, dass die hochsensiblen und hochsensitiven Kinder durch den Rost fallen, wenn es darum geht, auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Denn der Hund liegt schon darin begraben, dass die meisten Erwachsenen gar nicht wissen, dass es hochsensible Kinder gibt und was sie ausmacht. Denn über hochsensible Kinder denken viele Erwachsene in nicht hinterfragten Klischees, wie beispielsweise in folgenden:

1) Der „Quengelig-Sein-Stempel“

Hochsensible Kinder werden oft als quengelig oder anstrengend bezeichnet, weil sie sensibler auf bestimmte Situationen, Veränderungen oder für sie wahrnehmbare Spannungen reagieren.

Aber mal ganz ehrlich: Was der eine oder andere Erwachsene unter uns als angenehmen Duft, passable Lautstärke oder gute Lichtverhältnisse empfindet, kann für den nächsten schon wieder unangenehm sein. Warum gestehen wir also hochsensiblen Kinder nicht zu, dass sie „anders“ empfinden bzw. auf welche Art und Weise sie etwas empfinden, ohne sie gleich mit dem Stempel „quengelig“ zu versehen, wenn sie ihren Unmut darüber äußern?

2) Der „Schüchtern-Sein-Stempel“

Hochsensible Kinder gelten oft als schüchtern und werden dann auch als solche behandelt, weil sich niemand die Mühe macht, den Unterschied zwischen hochsensibel und schüchtern zu erkennen. Dabei wäre es wichtig, sich den Unterschied zwischen schüchtern/scheu und hochsensibel vor Augen führen:

  • Hochsensible und Schüchterne bleiben zu unbekannten Menschen erst einmal auf Distanz und beobachten sie, bevor sie ihnen zugehen.
  • Hochsensible Kinder beobachten Unbekannte jedoch sehr aufmerksam, sind neugierig und wagen sich schließlich vor, nachdem sie sich ein Urteil über die ihnen unbekannten Menschen gebildet haben.
  • Schüchterne Kinder hingegen meiden jeden Blickkontakt, sind angespannt, nervös oder wirken unglücklich, wenn von ihnen erwartet wird, dass sie auf Unbekannte zugehen sollen.

3) Der „Introvertiert-Sein-Stempel“

Die meisten Menschen messen Introvertiertheit oder Extrovertiertheit an der Geselligkeit eines Menschen.

Introvertierte haben oft nur ein bis zwei intensive Freundschaften, die sie der Zugehörigkeit zu einer großen Gruppe bevorzugen. Sie halten sich lieber im Hintergrund, beobachten und denken über das nach, was sie sehen.

Extrovertierte hingegen gehen gerne auf andere zu, sprechen Unbekannte an und gehen auch ganz offensiv mit ihnen nicht vertrauten Situationen um.

Es gibt auch Extrovertierte unter den hochsensiblen Kindern! Deshalb ist es wichtig, nicht alle über einen Kamm zu scheren und Hochsensible automatisch als introvertiert zu bezeichnen.

4) Der „Übersensibel-Sein-Stempel“

Manche Fachleute mit medizinischem Hintergrund halten Hochsensibilität als eine Störung. Für sie ist es problematisch, wenn Kinder „zu sensibel“ sind und Informationen und Impulse im Außen nicht filtern oder koordinieren können.

Das gilt zum Beispiel für Verhaltenstherapeuten, die eine Sensorische Integrationstherapie zur Problembehandlung anwenden und hierzu auch „Übersensibilität“ als Problem zählen, als ließe sie sich kurieren.[1]

 Natürlich können hochsensible Kinder – wie auch „normal“ sensible Kinder – ein sensorisches Integrationsproblem haben. Hinter dieser Hochsensibilität jedoch ein grundlegendes Problem zu vermuten und sie deshalb abzustempeln oder sie therapeutisch behandeln zu wollen, empfinde ich als eine „übersensible Reaktion unsensibler Erwachsener“!

[1]Aron, Elaine N. Das hochsensible Kind, München 2017, S. 55

Channeling-Portal "Warum Hochsensible so wichtig für unsere Gesellschaft sind"
Hochsensibilität

Was Elfen und kleine Mädchen mit Hochsensibilität zu tun haben

Du kennst sie sicher, die kleinen Mädchen, die uns ganz stark an Feen oder Elfen erinnern. Sie haben oft eine sehr zarte und beinahe durchsichtige Haut und eine ätherische Ausstrahlung, die nicht von dieser Welt zu kommen scheint. Die meisten dieser Kinder (natürlich sind auch Buben unter ihnen) leben – wie in einer großen Schutzblase – in ihrer eigenen Welt, die nicht viel mit der irdischen gemeinsam hat.

Vielleicht warst du auch solch ein Mädchen und hast schon damals mehr gefühlt und wahrgenommen als die meisten Menschen um dich herum. Für dich war das normal, doch irgendwann hast du bemerkt, dass du anders als die anderen bist. Wie bist du damit umgegangen?

  • Wolltest du unbedingt so wie deine Freundinnen sein ?
  • Hast du dir einen Schutzpanzer zugelegt?
  • Hast du aufgehört darüber zu sprechen, was du alles sehen oder fühlen kannst?
  • Kamst du dir sehr einsam vor?
  • Fühltest du dich von anderen unverstanden, abgelehnt oder ausgeschlossen?

Als Vierjährige lebte auch ich in einer eigenen Welt, die meinen Eltern nicht zugängig war. Ich sprach mit meinen unsichtbaren Freunden, den Engeln, aber auch mit meinem „Mann“ Willy – und ich genoss diesen Zustand sehr. Über viele Jahre hinweg zog ich mich immer wieder von anderen zurück – und während meine SpielkameradInnen im Freien herumtobten, saß ich in meinem Zimmer, träumte, zeichnete, malte und schrieb meine Fantasiegeschichten in ein dickes Heft.

Heute würde man Kinder wie dich und mich in die Kategorie der Hochsensiblen stecken, was ihnen auch nicht wirklich weiterhilft. Außer ihr engstes Umfeld – inklusive ihrer Lehrer – würde verstehen, was es mit solch hochsensiblen Menschen auf sich hat.

Mit Tests herausfinden, ob man hochsensibel ist

Der Anthroposoph Rudolf Steiner war einer der ersten, der erkannte, dass es hochsensible und hochsensitive Menschen gibt. Aber erst seit einer Veröffentlichung von Dr. Elaine N. Aron im Jahr 1997 kann man mit Hilfe von speziellen (Selbst)Tests herausfinden, ob man zu den Hochsensiblen gehört oder nicht. Und damit begann nicht nur ein neues Schubladen-Denken, sondern es bot sich auch erstmals die Gelegenheit, sich und sein Anderssein zu begreifen, besser zu verstehen und zu akzeptieren.

In der Zwischenzeit findet man eine Unzahl an Büchern in Bücherregalen (nicht nur in meinem), die uns genau erklären, worin die besonderen Eigenschaften, Fähigkeiten und Chancen von hochbegabten, hochsensiblen und hochsensitiven (medial veranlagten) Menschen liegen und wie sie sich von einander unterscheiden.

Hochsensiblen pfeift ein rauer Wind entgegen

Es ist wahrlich nicht immer einfach, mit dieser Andersartigkeit zu leben. Besonders in der rauen Welt der Wirtschaft pfeift uns ein Wind entgegen, der Hochsensiblen oft die Luft zum Atmen nimmt. Deshalb möchten sie ihr Anderssein mit noch mehr Leistung kompensieren, weil sie sich von der breiten Masse der „Normalos“ nicht unterscheiden wollen und genauso wie sie akzeptiert werden möchten.

Eine der wichtigsten Entscheidungen hochsensibler Menschen mag es sein, sich so anzunehmen, zu respektieren und zu lieben, wie sie sind. Auch wenn ihre Sensibilität in manchen Lebensbereichen Einschränkungen nach sich ziehen kann, bringt sie doch auch außergewöhnliche Fähigkeiten mit sich. Denn wer kann schon ganz genau fühlen oder wissen, was andere gerade denken, wie doppeldeutige Botschaften wirklich gemeint sind, was als nächstes geschehen oder wie eine noch nicht getroffene Entscheidung ausgehen wird? Meist sind es die Mädchen, die Elfen und die Hochsensiblen, die mit Hilfe ihrer Gaben mit anderen Bewusstseinsebenen verbunden sind, und von dort ihre Informationen beziehen.

Wenn du dich selbst zu den Hochsensiblen zählst und deine Erfahrungen mit mir und den anderen teilen willst, dann schreib sie doch ganz einfach darunter! Dankeschön!

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