DIE WOLFSFRAU: Warum das Auf und Ab in der Liebe ein Teil unseres Lebens ist

Viele Frauen hängen der romantischen Vorstellung nach, dass ihre Beziehungen – und insbesondere ihre Liebesbeziehungen – auf immer und ewig glücklich und harmonisch sein müssen. Dabei vergessen oder verdrängen sie, dass das Auf und Ab des Lebens ein essenzieller Teil ihres Beziehungslebens ist. Sie empfinden es vielleicht sogar als Strafe oder als ungerechtes Schicksal, wenn es nach einem Hoch in der Liebe wieder eine Weile geradeaus oder gar abwärts zu gehen scheint. Dabei unterstützt sie ihre angeborene weibliche „Instinktnatur“, die ihnen hilft, alle positiven wie negativen Erfahrungen in sich zu integrieren und auch schwierige Situationen auszuhalten. Theoretisch jedenfalls.

Die partnerschaftliche Liebe im Wandel unseres Lebens

Denken wir einmal an die verschiedenen Wachstumsphasen in der Natur. Ein Same fällt auf fruchtbaren Boden, keimt, wächst, bildet Stängel, Blätter bzw. Blüten und zieht sich im Herbst und im Winter wieder zurück, um im nächsten Frühling erneut aus der Erde hervorzukommen und sich im bevorstehenden Vegetationszyklus kraftvoll zu entfalten.

Ähnlich der Natur gibt es auch in der Liebe Phasen des Entstehens, des Wachsens, des Vergehens und des Neuwerdens. Dabei fällt es uns oft schwer, das Abklingen einer Liebe auszuhalten, weil wir oft nicht wissen, ob das Ende einer Partnerschaft gekommen ist oder ob es weitergehen wird. Oder ob es überhaupt noch Sinn macht, an der Beziehung festzuhalten. Oder ob wir an den Fortbestand unserer Partnerschaft glauben dürfen und deshalb an ihr arbeiten sollen. Was aber, wenn die Beziehung wirklich tot ist, oder wir so sehr verletzt wurden, dass wir einfach nicht mehr weitermachen wollen?

Clarissa Pinkola-Estés hat in ihrem Weltbestseller „Die Wolfsfrau“ zu dieser Thematik eine Erzählung aufgeschrieben, die zu meinen Lieblingsgeschichten zählt. Sie mag auf den ersten Blick vielleicht ein wenig gruselig anmuten, denn sie erzählt von einer bedingungslosen Liebe zwischen einem jungen Fischer und einer Skelettfrau, die er durch seine Liebe wieder zum Leben erweckt. Hier ist eine Kurzfassung der Geschichte:

Die Erzählung

Ein Vater stößt seine Tochter wegen eines Vergehens von einer Klippe ins Eismeer. Sie ertrinkt und die Fische nagen sie völlig ab, bis nur mehr ihr Skelett übrig bleibt. Eines Tages zieht ein junger Fischer ins Land und geht nichtsahnend in die Bucht zum Fischen. Aber es ist kein riesiger Fisch, sondern das Skelett des Mädchens, das er aus dem Wasser zieht. Er rennt davon, aber das Skelett bleibt an der Angelleine hängen und will sich nicht abschütteln lassen. In seinem Iglu angekommen fällt er vor Erschöpfung in einen tiefen Schlaf. Als er aufwacht, entdeckt er den Skeletthaufen neben sich liegen. Nach einigem Zögern ordnet er die halbe Nacht lang das Gerippe der Frau, wickelt sich danach in ein warmes Fell und schläft wieder ein. Während er da liegt und träumt, läuft eine helle Träne über seine Wange. Das sieht die Skelettfrau und kriecht heimlich an seine Seite, bringt ihren Mund an seine Wange und trinkt die Träne. Dann beginnt die Skelettfrau über dem Herzen des Mannes auf seiner Brust mit ihren kalten Knochenhänden zu trommeln und zu singen. Da setzen sich Fleisch und Haut an ihren Knochen an, Haare, Augen, Nase, Ohren, breite Hüften, große Brüste, starke Hände und viele Fettpolster. Sie singt ihm die Kleidung von seinem Leib und kriecht unter seine Decke. Von diesem Tag an bleiben sie zusammen und leiden nie mehr Mangel, da sie von den Freunden der Frau, den Geschöpfen des Wassers, bis an ihr Lebensende mit Nahrung versorgt werden.

Die tiefere Bedeutung

Die Kernaussage dieses Märchens ist das Auf und Ab in der Liebe, denn sie benötigt viel Weisheit sowie die Akzeptanz der Leben-Tod-Leben-Natur einer Beziehung. Das bedeutet nicht, dass jemand sterben muss, sondern dass Beziehungen immer wieder unterschiedlichen Zyklen unterliegen. Wir sollten uns bewusst machen, dass dauerhafte Bindungen oft viele kleine unvermeidliche „Tode“ und überraschende „Wiedergeburten“ beinhalten können.

Das Entwirren der Knochen ist die Arbeit, um die es in einer Beziehung geht. Erst wenn die Partner erkennen, dass Leidenschaft nicht etwas ist, das man sich „holt“, sondern etwas, das in Zyklen kommt, verstehen sie, dass sich Beziehungsarbeit lohnt. Und dass die Skelettfrau mit dem Fischer schläft, steht symbolisch dafür, dass im Leben zweier Menschen – auch nach schwierigen Situationen – immer wieder Liebe und Hingabe entstehen oder weiherhin bestehen können.

Womit gehst du in Resonanz?

Lies meine Fragen durch und beobachte, welche Gefühle in dir hochkommen? Vielleicht magst du dazu auch deine Gedanken aufschreiben:

_ An welchem Punkt in deiner Beziehung stehst du gerade?

_ Wie realitätsnah ist deine Erwartung an eine Beziehung?

_ Träumst du noch vom Märchenprinzen oder hast du erkannt, dass er bereits da ist, obwohl er auf den ersten Blick nicht als solcher zu erkennen war?

_ Wie siehst du deine Rolle als Märchenprinzessin an der Seite deines Partners? Erfüllst du sie?

_ Hast du schon einmal eine Beziehung beendet, weil du dachtest, nach dem „Tod“ der Beziehung gäbe es keine Neugeburt mehr?

_ Bist du schon einmal zu früh aus einer Beziehung ausgestiegen und hast es anschließend bereut?

_ Bist du in einer Beziehung, die tot ist, in der sich aber keine Neugeburt mehr abzeichnet?

_ Bist du bereit, für deine Beziehung die Knochen aufzusammeln, zu sortieren und wiederzubeleben?

Überwindung des toten Punktes

Die Voraussetzung für eine dauerhafte Liebe ist die Akzeptanz einer unsichtbaren Dritten. Die „Skelettfrau“ oder „Frau Tod“ ist im Märchen die symbolhafte Verkörperung unserer Leben-Tod-Leben-Natur. Sie begleitet uns durch das ganze Leben in unterschiedlichen Bereichen, nicht nur in unserer Beziehung. Denn wenn wir an einem toten Punkt angekommen sind oder das Vertrauen in die Beziehung verloren ging, dann brauchen wir die „Skelettfrau“. Sie muss eingeladen, willkommen geheißen und umarmt werden, damit die Liebe wieder zurückkehren und von Dauer sein kann. Dann geht es darum, die „Knochen unserer Beziehung“ mit viel Weisheit vor uns auszubreiten, zu sortieren und schließlich mit neuer Haut, Fleisch, Muskeln, Haaren und Augen zu versehen. Nicht immer schaffen wir das alleine, doch dafür gibt es Menschen, die uns begleiten und unterstützen können.

 

Frauenblog Frauenherzen

Warum eine positive Grundstimmung in deiner Partnerschaft so wichtig ist

Du hast vielleicht schon gesehen, dass ich auf meinem Frauenblog von Zeit zu Zeit einen Artikel zum Thema Partnerschaft veröffentliche. Häufig bekomme ich darauf von meinen Leserinnen Feedbacks, die in etwa folgendermaßen lauten: „Warum sollen immer wir Frauen an unserer Partnerschaft arbeiten? Sollen doch auch die Männer endlich mal was dafür tun!“

Ja, ich verstehe diesen Frust! Und NEIN, ich halte gar nichts von Gedanken wie: „Wenn du nichts für unsere Beziehung machst, dann tue ich auch nichts dafür!“

Es sollte meiner Meinung nach egal sein, wer in einer Beziehung, die vielleicht ein wenig in eine Schieflage geraten ist, den ersten Schritt unternimmt, um sie zu durchleuchten, zu klären oder eine konstruktive Veränderung in die Wege zu leiten. In vielen Fällen sind es eben wir Frauen! Es ist klar, dass wir ohne unsere Männer eine Partnerschaft nicht ins Lot bringen können, doch sollten wir zumindest darüber Bescheid wissen, was eine Beziehung braucht, damit sie wieder glücklich und erfüllend werden kann.

Therapeuten, die Tag für Tag in ihrer Praxis mit Paaren arbeiten, könnten ganze Bibliotheken mit ihren Erfahrungen füllen, und einige von ihnen veröffentlichen tatsächlich ihre Tipps in Büchern. Wie beispielsweise Hans Jellouschek, der „Ich liebe dich mein Leben lang: 10 Tipps für die Liebe auf Dauer“ geschrieben hat.

Eine positive Grundstimmung ist eine wichtige Säule einer Partnerschaft

Laut Jellouschek gehört eine positive Grundstimmung zu den wichtigsten Säulen einer glücklichen Beziehung. Die sollte zwar immer in einer Partnerschaft vorhanden sein, doch kommt sie vielen Paaren im Laufe der Jahre ein wenig abhanden. Während zu Beginn der Beziehung eine positive Atmosphäre meist als eine Selbstverständlichkeit betrachtet wird, weil die Partner noch der Überzeugung sind, wie Topf und Deckel zusammenzupassen, müssen einige Paare jedoch nach einiger Zeit ganz bewusst etwas für die Verbesserung ihrer Beziehung tun.

Denn mit der Zeit kann die Begeisterung am Partner ein wenig verlorengehen, da vielleicht Eigenschaften zum Vorschein kommen, die man nicht ganz so prickelnd findet. Das kann in weiterer Folge den Nährboden für Unzufriedenheit, für Stress und Streitereien in einer Beziehung bilden.

Mit positiveN Rückmeldungen negativen Stimmungen gegensteuern

Deshalb braucht es ein ganz bewusstes Wahrnehmen bzw. eine Gegensteuerung zu einer sich einschleichenden negativen Stimmung, damit wieder Platz für die ursprünglich positive Energie einer Partnerschaft geschaffen wird. Dabei liegt der erste Schritt in einer ehrlichen Kommunikation bzw. in positiven Rückmeldungen, wie z. B. „Ich mag, dass du so zuverlässig bist“ oder „Ich mag dein Lachen!“ oder „Ich bin so froh, dass du in meinem Leben bist.“ Häufig findet diese Kommunikation auch auf der nonverbalen Ebene statt, beispielsweise durch ein Lächeln, durch Berührungen, Blicke oder Gesten.

Fehlende Liebesbekundungen bedeuten nicht zwangsläufig mangelnde Liebe

Und jetzt kommen wir noch zu einem Punkt, nämlich zu einem geschlechtertypischen Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Kommunikation. Denn es ist erwiesen, dass für Frauen in Worten ausgedrückte positive Gefühle eine sehr viel größere Bedeutung haben als für Männer. Was umgekehrt wiederum bedeutet, dass wir Frauen die fehlenden verbalen Liebesbezeugungen unserer Männer oft als mangelnde Liebe interpretieren. Doch sie sind kein wirklicher Gradmesser für ihre Gefühle, die sie für uns Frauen empfinden, sondern ein Mangel männlicher Kommunikationsfreudigkeit.

Solange wir immer wieder darum bemüht sind, einander das Leben in einer Partnerschaft so angenehm, schön und genussvoll wie möglich zu machen, wird es eine sehr gute Grundstimmung in unseren Beziehungen geben. Dazu gehören beispielsweise auch positive Feedbacks, die den Partner aufmuntern, bestärken oder erfreuen.

Über weitere Säulen einer glücklichen Beziehung werde ich zu einem späteren Zeitpunkt schreiben. In der Zwischenzeit können wir uns ja einmal – gemeinsam mit unserem Partner – um die positiven Energien in unserer Beziehung kümmern.

Frauenblog Frauenmaenner

„Zieh’ dir seine Schuhe an!“ – Wie eine Lebensliebe gelingen kann

Das Thema Beziehung scheint auf den ersten Blick ein sehr widersprüchliches zu sein. Denn einerseits haben noch nie so viele Menschen die Liebe zu einem Lebenspartner so ernst genommen wie heute. Auch das Bedürfnis nach Stabilität und Geborgenheit in der Beziehung war schon lange nicht mehr so groß wie in unserer Zeit. Aber andererseits gehen so viele Beziehungen in die Brüche wie nie zuvor. Was läuft da falsch?

Eine lang andauernde Liebesbeziehung mit deinem Partner kannst du nur dann erfahren, wenn es euch beiden gleichermaßen gelingt, eure Beziehung so befriedigend wie möglich zu gestalten. Denn nur dann ist gewährleistet, dass ihr beide freiwillig und dauerhaft darin verbleiben wollt.

Verliebtsein macht blind

Zu Beginn deiner Liebesbeziehung hattest du vielleicht das intensive Gefühl, deinen Partner schon ewig zu kennen. Denn eure anfängliche Verliebtheit bewirkte, dass ihr einander in der Tiefe eurer Herzen begegnet seid. Ihr seid nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der seelischen Ebene miteinander verschmolzen. Und falls dir auch der Reinkarnationsgedanken vertraut sein sollte: Ja, es gibt oft eine Wiederbegegnung oder ein Wiedererkennen zweier Seelen, die schon in früheren Leben tiefgreifende Erfahrungen miteinander machen durften. Aber diese Wiederbegegnungen finden nicht immer auf eine so romantische Art und Weise statt, wie in verklärt geschriebenen Büchern über Seelengefährten und Dualseelen geschrieben steht. Doch das ist eine andere Geschichte …

Im täglichen Zusammenleben stellt sich nach einiger Zeit dann wirklich heraus, wie tief und dauerhaft eure Liebe ist. Am Anfang eurer Beziehung kannst du über das, was euch nicht verbindet, sondern trennt, noch locker hinwegschauen. Doch mit zunehmender Dauer fällt dir das immer schwerer. Möglicherweise empfindest du irgendwann deinen Partner sogar als fremd und seine Eigenschaften beginnen dich auf einmal zu stören. Diese Erfahrung bringt vielleicht die erste Enttäuschung mit sich und könnte schlimmstenfalls vielleicht auch das Ende deiner Beziehung einläuten. Was also ist zu tun?

„Ziehe dir seine Schuhe an!“

_ Beginne den Partner, seine Welt und seine Denkweise zu erforschen und zu verstehen. Verabschiede dich dabei von dem Gedanken, dass er genauso ist oder sein sollte wie du.

_ Wann immer du das Bedürfnis hast, erzähle deinem Partner von dir, von deinen Empfindungen, Gefühlen, Gedanken und von deiner persönlichen Lebensgeschichte.

_ Sei offen und ehrlich neugierig, wenn dein Partner von sich erzählt. Was immer dir an ihm befremdlich vorkommen mag: Sprich es an! Es ist besser ihn zu verstehen als ihn später einmal dafür zu kritisieren.

_ Gib deinem Partner das Gefühl, dass du sein So-Sein respektierst und achtest, auch wenn du anders denkst, fühlst und handelst als er.

_ Fühle dich in ihn hinein und versuche, das Leben mit seinen Augen und mit seinem familiären/gesellschaftlichen Hintergrund zu sehen und zu verstehen. Versuche die Welt vorübergehend nicht mehr aus deiner, sondern aus seiner Perspektive zu betrachten. Zieh dir sozusagen „seine Schuhe“ an.

_ Akzeptiere sein Anderssein als wichtige Erfahrung und wertvolle Bereicherung für deine Sichtweise und deine Lebensphilosophie. Du musst deshalb keinen seiner Werte übernehmen, wenn sie für dich nicht stimmig sind, aber sei zumindest offen dafür!

_ Empfinde ehrliches und aufrichtiges Interesse für deinen Partner, auch wenn du meinst, ihn schon in- und auswendig zu kennen. Und versuche, deinen Partner immer wieder aufs Neue für dich zu entdecken!

 

Frauenblog Frauenmaenner